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Mit Tradition in die Zukunft

Die Geschichte des Freiburger Stadtbau-Verbunds  

1790: Erste Schritte im sozialen Wohnungsbau

Die Wurzeln der sozialen Bautätigkeit in Freiburg reichen zurück bis ins 18. Jahrhundert. Aus der Not heraus wird 1790 von den Freiburger Bürgern und Zünften die „Bürgerliche Beurbarungsgesellschaft“ gegründet. Ziel ist es, Sumpf- und Ödland urbar zu machen, um Nahrungsmittelmangel und Armut Herr zu werden. Die großen wirtschaftlichen Erfolge ermöglichen darüber hinaus - zur damaligen Zeiten geradezu Bahn brechend - den Bau von günstigen Wohnungen für Arbeiter, Beamte, kleine Handwerker und Witwen. Basis des Erfolgs ist die selbstlose Devise, „in den Tagen der Noth nachzuhelfen und in geregelten Zeiten über die Nothdurft hinaus Gutes und Nützliches schaffen“.

Weltkriege und Nachkriegszeit: Bauboom in schwierigen Zeiten

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges erfordern die Umstände neue Lösungsansätze. Die Stadt Freiburg und die Bauvereinigungen können den immensen Bedarf an Kleinwohnungen alleine nicht erbringen. Deshalb wird 1919 die gemeinnützige Siedlungsgesellschaft gegründet, die zusätzliche Wohnungen erstellen soll.

Im ersten Jahrzehnt des Bestehens baut die Gesellschaft über 500 Wohnungen. Bereits 1931 wird trotz schwieriger Rahmenbedingungen die 1.000. Wohnung fertig gestellt. Noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges werden außerdem bedarfsgerechte „Altenwohnungen“ gebaut. Ein Novum, das die besondere Auffassung der Gesellschaft von sozialer Verantwortung verdeutlicht, werden doch zu dieser Zeit alte Menschen hauptsächlich in Altersheimen wohnversorgt.

Die Aufgabe der Siedlungsgesellschaft in den Jahren 1939-45 reduziert sich aufgrund kriegswirtschaftlicher Einschränkungen hauptsächlich auf Verwaltungsarbeit. Vorausschauend plant man aber auch für den zu erwartenden größeren Aufgabenkomplex und Nachholbedarf der Nachkriegsjahre. Durch den Bombenangriff Ende 1944, der lediglich 8.000 der insgesamt knapp 30.000 Wohnungen in Freiburg verschont, sind die ersten Jahre nach dem Krieg allerdings von Aufräumarbeiten und provisorischem Wiederherstellen geprägt. Erst 1949 kann wieder mit Neubauprogrammen begonnen werden, und so wird 1953 die 3.000. Wohnung der Siedlungsgesellschaft bezugsfertig. Viele der neuen Mieter sind Heimatvertriebene, Umsiedler oder Flüchtlinge, doch auch für alte und allein stehende Menschen werden weiterhin entsprechende Wohnungen gebaut.

Der Anfang der 1960er Jahre ist ebenfalls geprägt von Wohnungsmangel. Rund 8.000 Familien sind in Freiburg ohne angemessenen Wohnraum. Das Gebiet Weingarten soll deshalb bebaut werden. Bei der Umsetzung wendet die Siedlungsgesellschaft erstmals moderne Rationalisierungsmethoden in Freiburg an und kann so Bauzeit und Kosten erheblich reduzieren. Die Einsparungen kommen der Qualität und Ausstattung der Wohnungen zugute. Neben dem hohen Tempo und dem rationellen Einsatz der Geräte, wird das Projekt von Fachwelt und Öffentlichkeit auch für die Infrastruktur mit etlichen Freizeiteinrichtungen, integriertem Einkaufszentrum und guter öffentlicher Verkehrsanbindung ausgezeichnet. Ende 1967 sind 6.000 Wohnungen fertig gestellt.

1980 bis 1999: Zusammenschluss und Konsolidierung geben eine starke Basis

Nachdem die akute Wohnungsnot nun etwas gelindert ist, rücken Modernisierung und Instandsetzung des Wohnungsbestands der Siedlungsgesellschaft in den Vordergrund. Bis Mitte der achtziger Jahre werden etliche Vollmodernisierungen durchgeführt, mit dem Ziel, die Wohnungsbestände zeitgemäß mit Duschen oder Bädern, neuen Installationen, Etagenheizungen, Wärme- und Schallschutzfenstern sowie frisch gestrichenen Fassaden zu versehen.

1983 erfolgt der Zusammenschluss der Siedlungsgesellschaft Freiburg i. Br. GmbH, der Freiburger Kommunalbauten GmbH Baugesellschaft Co. KG und der Gesellschaft für Stadterneuerung mbH unter dem Dach der Freiburger Stadtbau GmbH. Die Siedlungsgesellschaft bleibt jedoch erstmal rechtlich selbstständig. Zum 1. Januar 2000 wird die Zusammenführung von Siedlungsgesellschaft und der Stadtbau GmbH zur „neuen“ Stadtbau GmbH dann auch gesellschaftsrechtlich vollzogen.

Ab 1989 wird aufgrund der sprunghaft angestiegenen Nachfrage nach preiswerten Wohnungen wieder verstärkt öffentlich geförderter Wohnungsbau betrieben. Zur Entlastung der angespannten Situation entwickelt die Siedlungsgesellschaft das „1.000-Wohnungen-Programm“, für das rund 150 Millionen DM investiert werden. Verstärkt engagiert sich der Unternehmensverbund nun auch im Bauträgergeschäft, in dem seit 1980 erste Schritte unternommen werden. Weiterhin werden auch die anstehenden Sanierungen vorangetrieben. Neben Wirtschaftlichkeit und energetischer Verbesserung fließen die Belange von Ökologie und Denkmalschutz sowie die Anwendung innovativer Techniken und Verfahren in die Bautätigkeit mit ein: Schon seit 1977/78 engagiert sich die Gesellschaft in der Solartechnik, trägt zur Erforschung unterschiedlicher Dämmsysteme und Bautechniken bei, nutzt schon früh alternative Energieträger und wird mehrfach mit Preisen für beispielhaftes und innovatives Bauen ausgezeichnet. Über dieses Engagement werden jedoch nie die Belange der Mieter vergessen, die persönlich oder in Form des Mieterbeirats eng in die Entscheidungen und Planung der Sanierungs- und Baumaßnahmen des Unternehmens mit eingebunden sind.

Ende der 1990er Jahre entschließt sich der Aufsichtsrat, im Zuge von Beteiligungsüberlegungen auch weiterhin eigenständig zu agieren. Verbunden mit dieser Entscheidung sind Umstrukturierungsprozesse und eine Neupositionierung mit der regionalen Ausweitung der bisherigen Geschäftstätigkeit. Nach dem wichtigen Beitrag zur Minderung des stetigen Wohnungsmangels und somit zur sozialen Konsolidierung in Freiburg überhaupt, wird nun die wirtschaftliche Konsolidierung des Unternehmens vorangetrieben. Nicht zuletzt durch den hohen Einsatz der Mitarbeiter steht das Unternehmen heute auf gesunden Beinen und unterstützt den städtischen Haushalt seit einigen Jahren zudem in Form einer regelmäßigen Gewinnabführung.

Ein neues Jahrtausend: ein verlässlicher Partner für die Zukunft

Im Januar 2006 ist dem Stadtbau Verbund ein weiteres Unternehmen angegliedert worden. Die neu gegründete Regio Bäder GmbH hat seitdem die Betriebsführung für die Freibäder Strandbad, Lorettobad, St. Georgen und das Hallenbad Lehen von der Stadt Freiburg und für die Hallenbäder West, Haslach, Faulerbad und Hochdorf von der Stadtwerke Freiburg Bäder GmbH übernommen. Die Regio Bäder GmbH verfügt über eine Wasserfläche von rund 8.400 Quadratmetern, die jährlich von mehr als einer Million Badegästen mit Freude genutzt werden.

Mit ihrem breiten Tätigkeitsfeld ist die Freiburger Stadtbau GmbH nach wie vor der wichtigste Partner der Stadt in der zentralen Aufgabe der Wohnraumversorgung und Stadtentwicklung. Durch die Auftragsvergabe an vorwiegend regionale Planer und Handwerker trägt das Unternehmen außerdem zur Existenzsicherung dieser Betriebe bei. Dies kommt schlussendlich auch der wirtschaftlichen Stabilisierung und Entwicklung von Freiburg und Umgebung zugute

Dokumentation: 90 Jahre Freiburger Stadtbau (PDF, ca. 1,6 MB)